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Hier finden sie meine Berichte von 2019



NWZ Bericht vom 23.11.2019

 

KÄLTEBAUM-AKTION NACH VANDALISMUS BEENDET
Oldenburger Obdachlosen-Helfer geben frustriert auf

 

Wolfgang Alexander Meyer und Thorge Schramm
Ist schockiert über die jüngsten Ereignisse: die Schirmherrin des Kältebaums, Susanne Steffgen (55) von dem Verein Oldenburger Straßenengel, auf dem Bahnhofsvorplatz. Bild: Martin Remmers

Hilfe für Obdachlose war das Ziel. Aktuelle Ereignisse führten dazu, dass die Ehrenamtlichen dieses Angebot einstellen. In den vergangenen Wochen sorgte der Hauptbahnhof regelmäßig für Schlagzeilen. Ist das Areal ein neuer Brennpunkt? Die NWZ hat nachgefragt.

OLDENBURG Nassgeregnete Kleidung liegt rund um die Bäume auf dem Bahnhofsvorplatz. Gleich daneben: aufgeschlitzte Säcke und zerfetzte Plastiktüten auf dem Boden.

Unbekannte Randalierer haben sich mehrfach an den sogenannten Kältebäumen, an die man gebrauchte Kleidung für Obdachlose hängen kann, ausgelassen. Das Resultat: Das Aus für die Aktion. Erst vor wenigen Wochen startete das Projekt. Der Verein Oldenburger Straßenengel hatte es ins Leben gerufen.

Schirmherrin Susanne Steffgen zeigte sich im NWZ-Gespräch erschüttert: „Nachdem die Aktion publik geworden ist, kam es zu den ersten Vorfällen“, berichtet die 55-Jährige. Bei den Aufräumarbeiten sei zudem einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Werkzeug gestohlen worden.

Zu viel für die Helfer. Die Entscheidung, die Aktion zu beenden, sei allen Beteiligten sehr schwer gefallen. Der Diebstahl sei dann der ausschlaggebende Vorfall gewesen, die Arbeit am Projekt einzustellen.

Steffgen hofft jedoch, dass sich neue Helfer für die Aktion finden. Wer sie dabei unterstützen will, kann sich unter Telefon  0162 / 32 98 243 melden.LESEN SIE AUCH:

Kein Verständnis



 

Der Kältebaum-Vandalismus ist aber nur einer von mehreren Vorfällen in und um den Hauptbahnhof. Hier ein kurzer Rückblick auf die vergangenen Wochen:•   Eine Schreckschusspistole, Munition und Drogen fanden Zollbeamte am 19. Oktober bei einem 18-Jährigen bei einer Personenkontrolle. •  Am 5. November stellte die Bundespolizei, die vom Bahn-Sicherheitsdienst verständigt wurde, bei einem betrunkenen Mann zwei Messer und ein Beil sicher•  Am 13. November bedrohte ein unbekannter Mann einen Taxifahrer mit einer Kette und beschimpfte ihn zudem rassistisch.• Einen größeren Polizeieinsatz gab es zuletzt am Dienstag, als ein 20-Jähriger, der Mitglied einer Gruppe Unruhestifter war, einen Bundespolizisten mit einer Kette schlug und verletzte.

Wie sicher ist der Oldenburger Hauptbahnhof angesichts dieser Vorfälle? Die NWZ hat nachgefragt. „Ja, es gibt eine Häufung verschiedener Einzeltaten in den vergangenen Wochen“, sagt Ralf Löning, Sprecher der Bundespolizei. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe es im gleichen Zeitraum aber keine spürbare Verschlechterung der Situation gegeben.

„Bei der Häufung der Vorfälle handelt es sich um einen Zufall. Der Hauptbahnhof ist kein Brennpunkt für Gewaltdelikte oder ähnliches“, berichtet Löning weiter. Zudem gab er zu bedenken, dass der Bahnhof ein Treffpunkt verschiedenster Gruppen und ein stark frequentierter Verkehrsknotenpunkt sei, an dem viele Menschen zusammenkommen. Aus diesem Grund seien verschiedene Institutionen wie die Bahn-Sicherheit, die Polizei und die Bundespolizei permanent im Einsatz, um die Sicherheit in und um das Bahnhofsgebäude zu gewährleisten.




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NWZ Bericht vom 15.11.2019

HILFSANGEBOT IN OLDENBURG
Wer spendet Obdachlosen Winterkleidung?

Thorge Schramm


Spenden für den „Kältebaum“: André Bent (48) und Sohn Max (13) hängen ein Kleiderpaket auf. Bild: Sascha Stüber

Ein „Kältebaum“ am Hauptbahnhof wartet auf Pullover, Jacken und Decken. Die Winterkleidung soll Bedürftigen helfen, über den Winter zu kommen.



OLDENBURG Seit wenigen Tagen gibt es ihn wieder, den Oldenburger Kältebaum zwischen Hauptbahnhof und Postfiliale. Die Idee: Bürger helfen Obdachlosen und Bedürftigen durch den Winter – und das ganz anonym.

 • Wie ist die Lage?
 

In der Stadt Oldenburg gibt es rund 300 Personen, die obdachlos gemeldet sind. Diese Zahl liefert die Zentrale Beratungsstelle von Diakonie und Caritas. Die Dunkelziffer ist vermutlich jedoch viel höher. Besonders im Winter brechen für die Betroffenen harte Zeiten an. Zwar gab es in Oldenburg noch keine bekannten Kältetode, jedoch sind Unterkühlungen im Winter immer wieder allgegenwärtig.

 • Was ist der Kältebaum?
 

Der Baum ist eine zentrale Sammelstelle von Kleidungsspenden. Er soll Wohnungslosen und Benachteiligen in Oldenburg helfen, die kalte und dunkle Jahreszeit so gut wie möglich zu überstehen. In diesem Jahr wird der Baum zum zweiten Mal aufgebaut; „Premiere“ war im Vorjahr.

 • Woher kommt die Idee?
 

Die ehrenamtliche Organisatorin Susanne Steffgen von den Oldenburger Straßenengeln sah einen derartigen Baum in ihrer alten Heimat, dem rheinland-pfälzischen Speyer. Im vergangenen Jahr hat sie das Konzept dann nach Oldenburg importiert. Vergleichbare Projekte, jedoch mit anderem Namen, gibt es in der ganzen Bundesrepublik.

 • Wie kann ich helfen?
 

Jeder, der Kleidung abzugeben hat, kann etwas Gutes tun: Benötigt werden Pullover, Schuhe, Handschuhe, Jacken, Schals und Socken. Auch Decken werden gut angenommen. Die Spenden sollen dann in einen durchsichtigen Beutel an den Metallring, welcher um den Baum platziert ist, gehängt werden. Wichtig: Die transparenten Tüten sollen beschriftet werden. Welches Kleidungsstück steckt drin? Welche Größe befindet sich darin? Ist es für Damen oder Herren? Wer sich zudem ehrenamtlich engagieren und das Projekt unterstützen will, kann sich telefonisch über die Möglichkeiten informieren Telefon  01 62/32 98 24 3. 

 • Wie lange läuft sie?
  
Die Aktion läuft bis zum Ende der kalten Jahreszeit.  • Wie ist die Resonanz?
 

Bei der Premiere im vergangenen  Jahr hat sich die Aktion wie ein Lauffeuer unter den Obdachlosen und Bedürftigen verbreitet. Das Angebot wurde dankend angenommen. Zahlreiche Spender hatten sich mit der Abgabe von Kleidungsstücken beteiligt.



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NWZ Bericht vom 01.11.2019

INKLUSION IN GANDERKESEE
Eintritt soll für Begleiter frei werden

Arne Haschen


Menschen mit eingeschränkter Mobilität bekommen in Ganderkesee bislang keinen Erlass für Begleitpersonen beim Eintritt von Veranstaltungen und Freizeitangeboten. Bild: Waltraud Grubitzsch/dpa

Dass es keine Preisnachlässe für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt, kritisiert Ratsfrau Susanne Steffgen. In einem Antrag an die Gemeinde fordert sie jetzt, dass entsprechende Angebote für Begleitpersonen kostenfrei werden.



GANDERKESEE Menschen mit eingeschränkter Mobilität erleben tägliche Herausforderungen bei der gesellschaftlichen Teilhabe. Träger eines Schwerbehindertenausweises mit Merkzeichen B haben einen Bedarf für Begleitpersonen im Alltag – diese müssen in Ganderkesee jedoch vollen Eintritt bei Veranstaltungen zahlen. Ratsmitglied Susanne Steffgen (Linke) hat jetzt bei der Gemeindeverwaltung einen Antrag eingereicht, solchen Begleiterpersonen künftig kostenfreien Zutritt zu gewähren.

Sie sei „aus allen Wolken gefallen“, schreibt Steffgen in dem Antrag, als sie erfahren habe, dass die Gemeinde von Begleitern den vollen Kostenbeitrag bei Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten verlange. Mit Bezug auf das Grundgesetz sowie auf die UN-Behindertenrechtskonvention fordert sie eine Aufhebung dieser Praxis, da Begleiter oft keine Freunde seien sondern in einem Dienstverhältnis stehen. „Man kann von der Begleitperson nicht verlangen, dass sie Eintritt bezahlt, um dem Menschen mit Einschränkungen zu ermöglichen, teilzuhaben. Auch kann es nicht im Sinne des Ausgleiches sein, dass die betroffene Person den doppelten Eintritt bezahlt.“ Steffgen führte dazu eine Reihe von regionalen Einrichtungen an, die bereits solche Ermäßigungen anbieten.


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NWZ Bericht vom 29.10.2019

GANDERKESEERIN AM BAHNHOF DELMENHORST AUSGEBREMST
Wenn der Zug fährt – aber der Aufzug nicht

Hergen Schelling


Kam mit dem Zug nicht weiter: Susanne Steffgen Bild: Hergen Schelling

Für Bahnreisende mit eingeschränkter Mobilität ist ein kaputter Aufzug ein scheinbar unüberwindbares Hindernis. Die Ganderkeseerin Susanne Steffgen musste das am eigenen Leib erfahren.



GANDERKESEE /DELMENHORST Weil es der Nordwestbahn an Lokführern mangelt, hat das Unternehmen seit dem 7. September den Schienenverkehr an den Wochenenden eingeschränkt: Fahrgäste aus Ganderkesee und dem östlichen Landkreis Oldenburg müssen nun samstags und sonntags die Züge der Regionalbahn (RB) 58 in Delmenhorst verlassen und in die Regio-S-Bahn umsteigen – auf dem Rückweg ist es dann umgekehrt.

Was für die meisten Passagiere nur einen Wechsel des Bahnsteigs und wenige Minuten mehr Fahrzeit bedeutet, hat für Bahnreisende, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, in den vergangenen Wochen praktisch die Weiterfahrt verhindert – weil am Bahnhof Delmenhorst der Fahrstuhl zu den Gleisen 2 und 3 defekt war. Wer mit der RB 58 am Gleis 1 eintraf, hatte keine Möglichkeit, mit dem Rollstuhl die S-Bahn-Linien 3 und 4 nach Oldenburg und Bremen auf dem anderen Bahnsteig zu erreichen.

Eine Lösung wurde indes angeboten, wie Susanne Steffgen schildert. Die Ganderkeseerin, die wegen einer fortschreitenden Nervenerkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist, wollte am Sonnabend, 19. Oktober, mit dem Zug von Ganderkesee nach Oldenburg fahren. Der Bahn-Service „3S-Zentrale“ habe ihr empfohlen, so die 55-Jährige, dass sie in Delmenhorst an Gleis 1 den Zug verlässt und vor dem Bahnhof in den Bus nach Huchting steigt. Von dort könne sie mit der S-Bahn zum Bremer Hauptbahnhof und dann mit der Regio-S-Bahn nach Oldenburg fahren. Für Hin- und Rückfahrt hätte Susanne Steffgen rund vier Stunden mehr Zeit aufwenden müssen.

Die Ganderkeseerin hat dann doch lieber ein Taxi von Delmenhorst nach Hude genommen und ist von dort aus weiter mit dem Zug nach Oldenburg gefahren. Ein Taxi-Vergütungsschein sei ihr verwehrt worden mit der Begründung, die Weiterfahrt nach Oldenburg sei nicht am Zug gescheitert, sondern am Aufzug. „Hier kann man nicht von einer Teilhabe benachteiligter Menschen sprechen“, stellt Susanne Steffgen fest.

Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann kann den Ärger der Bahnkundin nachvollziehen. In diesem Fall habe aber die DB-Tochter Station & Service den Fehler zu verantworten. Nach Mitteilung der Deutschen Bahn funktioniert mittlerweile der Aufzug zu den Gleisen 2 und 3 in Delmenhorst wieder.

Bei der Nordwestbahn sind laut Högemann bisher keine Beschwerden über das zwangsweise Umsteigen in Delmenhorst an den Wochenenden angekommen. Für das grundlegende Problem des Mangels an Triebfahrzeugführern gebe es unterdessen Licht am Ende des Tunnels: Es würden verstärkt Fahrer ausgebildet und mit den meisten anderen Schienenverkehrsunternehmen gebe es mittlerweile die Vereinbarung, sich nicht gegenseitig das Fachpersonal abzuwerben. Ab dem Frühjahr 2020, so hofft Högemann, könnten die Züge der RB 58 auch an den Wochenenden wieder bis Bremen durchfahren.









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